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 Nacht vom 19. auf den 20. September - das Ritual (Metaebene)

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Sin'Armazya



Anzahl der Beiträge: 2
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BeitragThema: Nacht vom 19. auf den 20. September - das Ritual (Metaebene)   Mo Sep 20, 2010 12:59 pm

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich an Schmerzi und Leruna für die letze Nacht bedanken.
Hier folgen die Geschehennisse, die man im RP nicht sehen konnte.

Gewidmet für Schmerzdame.



Der leise Gesang der Elfe machte sie schläfrig. Der Raum um sie herum schien sich ins unendliche auszudehnen. Sin’Armazya lag, an den Gelenken mit Seilen gefesselt, auf dem Altar aus schwarzem Stein und drehte den Kopf nur noch schwerfällig zur Seite. Die Hohepriesterin zog in diesem Moment eine lange schwarze Klinge unter ihrer Robe hervor. Ihre Stimme wechselte in unbekannte Lagen. Fast schon erschien es, als klänge sie Zweistimmig.
Schwarzer Nebel bildete sich unter der Decke, kroch wie ein hungriges Tier über die Wände hinab auf den glatten Steinboden zu.
Die nur wenigen Fackeln und Leuchtkristalle an den Wänden wechselten bei seiner Berührung die Farbe. Alsbald war der Raum in unheimliches, violettes Zwielicht getaucht. Die Anwesenden im Raum verschwanden in den wabernden Schatten oder waren nur noch als dunkle Silhouetten erkennbar. Sin’Armazya sah die Elfe vor dem Altar schweigend an. Die Hohepriesterin, welche nur unter dem Namen Schmerzdame bekannt war, blickte aus pupillenlosen schwarzen Augen zu ihr hinab. Die schwarze Göttin war ihr jetzt sehr nahe. Als ihr Gesang verstummte, nickte sie ihr langsam zu. Das Gewicht der Augenlider war nun unerträglich. Sin’Armazya schloss Vollendes die Augen. Wie in Trance nahm sie noch den dumpfen Schmerz in ihren Handgelenken war, als die Klinge in ihre Haut einstach; fühlte wie sie sich einen Weg ihre Arme hinauf bahnte und etwas flüssiges wiederum ihre Haut hinab rann.


Es war als stünde sie neben sich und betrachtete den Körper als gehöre er einer Fremden. Der strenge schwarze Zopf hatte sich gelöst. Das eisblaue dünne Gewand das die Blöße bedeckte färbte sich an den Seiten bereits dunkel. Die Hohepriesterin machte sich gerade daran eine silberne Nadel in ihre durchtrennte Vene zu stecken. Mehr aus Gewohnheit, denn wirklichen Fühlens blicke Sin auf ihr Handgelenk, dann wieder auf das Handgelenk ihres Körpers vor sich. Etwas lenke ihre Aufmerksamkeit nach oben zur Decke. Dort wo die hohe Kuppel sein sollte öffnete sich ihr ein Meer aus unzähligen Sternen. Es waren viel mehr als sie jemals gesehen hatte. Je länger sie in die Unendlichkeit hinauf blickte, umso größer wurde ein Gedanke. Warum nicht hingehen und es sich ansehen? Alles andere schien nicht mehr wichtig zu sein. Doch noch ehe sie einen Schritt wagen konnte wurde es mit einem mal um sie herum finster.

Leere. Schwärze. Stille.

War bereits eine Ewigkeit vergangen? War es erst einen Augenblick her?
War dies der Tod?
Sie stand in diesem Nichts aus Finsternis. Nichts war zu hören. Nichts zu sehen, zu fühlen.
Zunächst versuchte sie einige Schritte zu gehen, dann zu rennen. Sie wusste nicht ob sie sich überhaupt bewegte oder nur auf der Stelle blieb.
Schließlich gab sie es auf.
Sie setzte sich.
Wo bin ich?
-keine Antwort
Bin ich tot?
-keine Antwort

Sie schloss die Augen und wurde zu einem Gedanken.
Was tut man wenn man tot ist?
- Man denkt über das Leben nach.
Ich habe schon lange nicht mehr gelebt. Ich weiß nicht wie es ist zu Leben.

Plötzlich waren sie wieder da. Wie vorbeifliegende Fetzen. Kurze Bilder, die auftauchten und wieder im nichts verschwanden. Es waren Bilder von Orten, von Momenten. Ein silberner Mond über einer großen Stadt. Eine große Küche, in der eine schwarzhaarige junge Frau mit panischem Blick vor einem rauchenden Topf stand. Ein Bild von einer Gruppe um ein goldenes Becken in dem ein Säugling gebadet wurde. Das Gesicht eines Elfen mit nur einem Ohr. Die Lippen lautlos bewegend. Die Gesichtsmimik ständig im Wandel. Mal verwundert, mal verärgert. Lachend, genervt, erregt, zornig und gelangweilt. Und jedes Mal die Lippen das gleiche Wort formend.
Sie versuchte sich zu konzentrieren.

A-e-nna

Sie verstand nicht. Was bedeutet das?
Sie sah einen großen Tauren mit schwerem Nasenrung durch die Nüstern. Er lachte herzlich. Das Bild wandelte sich abermals. Sie meinte für einen Moment etwas gehört zu haben. Das Rauschen von Wasser? Ein Springbrunnen. Warme Sonne die auf roten Stein fällt. Unzählige Stimmen, geschäftiges Treiben. Ein Markt. Eine Stimme. –Ich würde auch so gerne duften wie die edlen Damen in der Stadt. Das Bild wird größer. Man sieht zwei schmale Gestalten mit spitzen Ohren auf einer Mauer sitzen. Beide tragen abgewetzte Lederrüstungen und schartige Dolche an der Seite. Die etwas größere Gestalt packt die andere plötzlich an der Rüstung und stopft ihr etwas in den Nacken und drückt auf den Rücken, worauf hin diese aufschreit. –Sag mal hast du sie nicht mehr alle?! – Ich weiß gar nicht was du hast. Entgegnet die Erste nur grinsend. - Jetzt riechst du genauso nach Pfirsich wie die adeligen Mädchen.
Wer ist das?
Abermals verschwindet das Bild und weicht einem anderen. Ein prasselndes Feuer um das fünf Gestalten sitzen. Es ist bereits dunkel und ein weiter Sternenhimmel überspannt den Horizont. Die Gestalten lachen, scherzen. Krüge werden gehoben und geleert. Man erkennt die massige Gestalt zweier Tauren, hört das rasselnde Lachen eines Verlassenen. Unter ihnen sitzt die schmale Gestalt einer Sin’Dorei mit langen schwarzen Haaren zu einem Zopf gebunden. Die anderen heben gerade die Krüge. - Auf Aenna! Und auf das wir noch viele dieser feucht fröhlichen Abende haben werden. Krüge wurden aneinander gestoßen. –Das ist typisch Tardius. Die weibliche Taurenkuh schüttelte den Kopf. Ihr Krieger denkt auch immer nur ans trinken. Die Elfe schüttelte nur den Kopf und wechselte Worte mit den Anwesenden. Ihre Stimme klang so vertraut?
Bin...ich das?

Aenna!

Die Stimme erklingt wie aus weiter Ferne. Erst leise, dann sich nähernd.
Aenna…komm zu mir.

Nur widerwillig wendet sie ihre Aufmerksamkeit ab.
Die Bilder verblassen. Es herrscht wieder das Nichts.

Die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Die übermächtige Präsenz der Göttin füllte sie mit jeder Faser ihres Seins aus. Es kostete sie alle Kraft ihre Gedanken zu lenken und zu kanalisieren. Die Hohepriesterin schickte ihre Sinne in den leblosen Körper hinein. Sie hatte nur diesen einen Versuch. Sie musste den verbliebenen Rest der Seele finden, bevor sie die Macht der Göttin verlassen würde. Das Innere eines Toten war gefährlich. Gab es doch tausend Möglichkeiten sich in der Leere zu verirren und den Weg zurück in den eigenen Leib zu verlieren. Doch die Göttin war bei ihr. SIE würde nicht zulassen, dass ihrer Dienerin etwas geschehen würde. Es war noch nicht an der Zeit. Wie eine Aura aus waberndem Nebel umhüllte sie sie, schmiegte sich mal wie eine zweite Haus aus Dunkelheit um die Haut, mal umfing sie sie wie eine schützende Wolke.
SIE wusste den Weg. SIE führte sie immer tiefer in den Abgrund hinein. Zeit und Raum spielten hier keine Rolle mehr. Es wird still. Nur das ferne Rauschen von Blut und das leise Trommeln eines Herzens ließ sie nicht vergessen, dass sie noch ihren eigenen Körper besaß. Unter keinen Umständen dürfte sie sich so weit von ihm entfernen, dass sie den Herzschlag nicht mehr hören konnte. Das würde den Tod bedeuten. Doch die Göttin zog sie immer weiter. Ungnädig begannen ihre Hände zu beben. Sie war bereits am Ende ihrer Kräfte, doch SIE gewährte ihr keinen Moment Unachtsamkeit. SIE spornte sie weiter an. Der Nebel sich verdichtend um ihre Schultern. Etwas drückt gegen ihren Rücken. Ein Gefühl als würden Sehnen reißen. Schmerz explodiert vor ihren Augen, doch sie nimmt ihn kaum noch wahr. Ganz leise hört sie stöhnen. Ihre eigene Stimme? Die Versuchung war groß, doch sie dürfte sich nicht umdrehen um nachzusehen was mit ihrem Körper geschah. Sie musste sich beherrschen! Das Geräusch des Herzschlages war nun kaum noch wahrnehmbar. Weiter kann ich nicht gehen, flehte sie lautlos zu IHR. Doch die Göttin erhörte sie nicht. Stattdessen wuchsen aus ihrem Rücken lederne, krallenbestückte Schwingen. Vor ihr teilte sich die Finsternis. Blaues Licht stach wie eine Lanze nach ihren Augen. Es war hell. Die Hand schützend vor sich Haltend, erkannte sie die Quelle. Der kristallene Sarg aus Eis. Das Gefängnis das der Lichkönigserschaffen hatte. Einzelne feine Haarrisse durchzogen das makellose Eis und brachen das kalte Licht tausendfach. Im Inneren lagen die Konturen eines Körpers.
Aenna! Aenna ...komm zu mir.
Ihre Stimme war erstaunlich kräftig aber ruhig. Sie streckte Die Arme nach vorn und berührte das Eis. Es war so kalt, dass sie die Hände zurückziehen musste. Ihr Brustkorb hob und senkte sich rasch. Ihre Zeit wurde knapp.
Sie versuchte es noch einmal.
Aenna! Das ist dein Name. Ich sah ihn in deiner Version.
Komm zu mir. Durchbrich die Fesseln, die der Lichkönig um dich gelegt hat.
Ich weiß, dass du es kannst!

Im Inneren des Sarges bewegte sich etwas. Es knackte leise als die Risse größer wurden.


Ich weiß, dass du es kannst!

Die Stimme wurde lauter. Sie klang beschwörend, aber nicht Feindseelig. Was wollte sie? Sie sollte weggehen und sie in Ruhe lassen. Sie wollte mehr von diesen Bildern sehen. Lernen, erfahren wer sie war. Die Stimme hinderte sie. Zunächst ignorierte sie sie. Wandte sich ab und versuchte fortzugehen. Doch die Stimme blieb, wurde sogar noch lauter. Es war ihr nicht mehr möglich sie nicht zu beachten.
Wo kommt sie her?
Sie blickte sich um. Die Finsternis schien zu flackern.

Aenna!


Sie war am Ende ihrer Kräfte. Der Schmerz raubte ihr den Verstand. Tränen schwarzen Blutes rannen ihre Wangen hinab. Selbst hier weit von ihrem Körper entfernt konnte sie die Qualen spüren.
Hilf mir! Ich flehe dich an, lass mich jetzt nicht allein!
Sie fiel vor dem Sarg auf die Knie, die Hände mit letzter Kraft auf das Eis gelegt. Und Diesmal hatte die Göttin ein einsehen.
In ihrer rechten Hand begann es zu kribbeln. Der Nebel zog sich um ihre Finger zusammen. Die schwarzen Schwingen schlugen wie von selbst und hoben die Elfe empor. Sie schwebte über dem eisigen Gefängnis, in der Hand formte sich ein Schwert mit dunkelviolett gezackter Klinge als wäre sie selbst dem Nether entsprungen.
Sie hörte sich selbst sprechen, ohne dass es ihre eigenen Worte waren. Sie klangen viel dunkler und hallten in der Tiefe ihrer Seele wieder.

Durch mich seien diese Fesseln gesprengt. Diese Seele sei der Macht des Lichs entrissen. So wie ich es will, so soll es geschehen.

Mit ausholendem Schlag trifft die schimmernde Klinge auf den Sarg. Eis splittert in millionen Stücke. Für einen Moment ist die Stille erfüllt vom Klang singender Kristalle. Dann geht alles plötzlich sehr schnell. Freigesetztes Licht durchflutet die Dunkelheit wie eine unaufhaltbare Welle. Die Splitter schmelzen zu einem Meer heran. Die Elfe wird durch die Druckwelle zurück gerissen. Schwingen und Schwert lösen sich zu Nebel auf, umhüllen ihre Gestalt wie eine schützende Kugel und zerrt sie mit unaufhörlicher Geschwindigkeit davon, als könnte sie der Welle aus Licht entgehen. Für einen kurzen Moment dreht die Elfe ihren Kopf und sieht gerade noch die Gestalt einer Frau mit smaragdgrünen leuchtenden Augen auf der Wasseroberfläche stehend zu ihr aufblicken.

Schmerzdame kommt zu sich. Ihr Körper liegt etliche Meter entfernt an einer Säule. Was ist geschehen? Ihr Blick fällt auf die regungslose Elfe auf dem schwarzen Altar, dessen eisblaue Robe mittlerweile Blutbesudelt ist. Langsam hebt und senkt sich der Brustkorb.
Sie hatte es geschafft.
Ihre Hände rutschen. Sie sieht auf den Boden. Unter ihr hat sich eine Pfütze aus schwarzen Tränen gebildet. Sie senkt den Kopf und schließt die Augen.
„Sie lebt.“
Mit diesen Worten bricht die Elfe zusammen.



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Schmerzdame



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BeitragThema: Re: Nacht vom 19. auf den 20. September - das Ritual (Metaebene)   Mo Sep 20, 2010 1:28 pm

(( TOOOOSENDER APPLAUS UND JUBELSCHREIE!!!! sehr sehr geil geschrieben richtig spannend =D hab voll bauch weh bekommen xD richtig geil hammer! xD und dese witmung...ein traum <3 tausend und einen kussi =D *freufreu* ))
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